Nach St. Pauli ans Millerntor fährt der erfahrene Eintracht-Fan  ja üblicherweise eher mit etwas  gemischten Gefühlen.  Gelang doch der letzte Sieg dort vor nicht weniger als 25 Jahren. Und trotzdem herrschte ein leichter Optimismus vor,  als  die Volkswagenlöwen sich am Samstagvormittag auf den Weg zum ersten Auswärtsspiel in dieser Saison in die Hansestadt machten.  Irgendwann muss es doch mal wieder klappen mit einem Sieg dort, warum also nicht heute.

Nach einer entspannten Fahrt über die B4 mit kurzem Zwischenstopp an der Grünhagener Fischräucherei  , kamen wir zeitig am Millerntor an und fanden dank eines beherzten  - nicht ganz den Verkehrsregeln entsprechenden -  Manövers unsers Fahrers einen super Parkplatz in Stadionnähe.

Ein kurzer Fußmarsch noch zum Stadion, wo schon gut was los war. Nach entspannten Einlasskontrollen ab in den Gästeblock, erstmal das Banner aufgehängt und Plätze eingenommen. Mutig wählten wir den Bereich ohne Dach mit guter Sicht auch auf das Tor auf unserer Seite, weil Rosi gesagt hat, es regnet nicht! (Zumindest bis Spielende hatte sie Recht.)

Im ausverkauften Haus boten die Pauli-Fans zu Beginn erstmal eine schöne Rundum-Fähnchen-Choreografie und anfangs noch vernehmbaren Wechselgesang, aber das war‘s dann auch, denn es sollte ihnen bald die Lust vergehen.

Der Torsten forderte noch vor dem Spiel eine Top-Mannschaftsleistung, um mit etwas Zählbarem nach Hause zu kommen. Und die bekam er auch – aber Hallo! Ein richtig guter kämpferische Auftritt unserer Elf, frühes Stören, klare Offensivaktionen und vor allen Dingen Siegwillen!! Pauli hatte während des gesamten Spiels kaum den Hauch einer Chance. Irgendwie knüpften sie dort an, wo sie in Stuttgart aufgehört hatten.  Aber sie hatten es auch nicht leicht. Kumbela und Biada mit klasse Toren, Valsvik  in der Defensive schon super integriert,  Moll und Schönfeld wieder richtig gut im Mittelfeld, Omladic mit toller kämpferischer Leistung, nur um mal ein paar Spieler herauszuheben. Und so konnten wir nach 25 Jahren endlich mal wieder einen Sieg am Millerntor feiern.  Das wir zudem auch noch mit „Spitzenreiter“ abfeiern konnten, hätte ich mir nicht träumen lassen.

Auf dem Rückweg zum Neuner wurde uns von zahlreichen Pauli-Fans immer wieder zum verdienten Sieg gratuliert. Ganz ohne Wut oder Häme, einfach so. Später am Auto dann auch noch nette Gespräche mit Pauli-Fans. Auch das habe ich in der Form noch nicht erlebt, da hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Gut so.

Auf der sehr entspannten Rückfahrt mit guter Stimmung im Bus (ich sag nur: Siegerbier) machten wir wieder eine kurzen Zwischenstopp bei der Grünhagener Fischräucherei und dann ging‘s ab nach Hause. Ich freu mich auf die nächsten Auswärtsfahrten!

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